Challenge – Change – Chance

rainbow30 Tage vegae Ernährung liegen hinter mir. Auf dem Weg habe ich körperlich 7 Kilo Ballast liegen lassen, regelmäßigen Sport für mich wieder entdeckt und in mir eine Ruhe gefunden, da anfangs beängstigend und inzwischen eine wichtige Kraftquelle in mir geworden ist.

Ein Teil in mir will zwar gerade auch wissen und erklärt bekommen, welche Maßnahmen und welche Lebensmittel es jetzt genau waren, die diesen körperlich-emotionalen Wandel in mir bedingt haben, aber eigentlich ist es auch vollkommen egal. Die Erklärungsversuche lenken nur von den Gefühlen und Erfahrungen ab, die ich gerade machen darf.

Durch die Ruhe kommt die Kraft

Wie gesagt hat mich die unbekannte und vor allem dauerhafte Ruhe in mir anfangs beängstigt. Der deutlich niedrigere Ruhepuls tat sein übriges dazu, dass ich mich einerseits enorm tiefen-entspannt fühlte, aber gleichzeitig und feststellen musste, wie viel sich gerade in meinen Körper, meinen Kopf und meinen Gefühlen „umbaut“. Erst als ich mich entschieden habe, die Ruhe in Ruhe zu lassen, stellte ich fest, dass sie eine neue Kraftquelle für mich sein möchte. Offen gestanden habe ich da auch was verwechselt. Denn die Ruhe, die ich vorher als Ruhe bezeichnet habe war eher eine Tatenlosigkeit im Sinne von „nicht Arbeiten“ = „Ruhe“. Aber weit gefehlt, der Unterschied ist enorm zwischen dieser Ruhe und der jetzigen Ruhe. Letztere spüre ich nämlich auch dann, wenn ich aktiv bin, joblich auf Hochtouren performe und mich mit inneren und äußeren Einflüssen auseinandersetze.

Challenge führt zu Change

Die Vegan-Challenge war ein zusätzliche konkrete Aktion dessen, was ich mir als Lebensherausforderung schon vor vielen Jahren gestellt habe: Zu mir selbst zu kommen, wo, wie, was und wer auch immer das ist. Klar ist mir, dass ich zu Lebzeiten nie dort ankommen werde, aber der Weg als Annäherung an das, was mich und meine Essenz ausmacht ist der Wunsch und das Ziel. Mit der Vegan-Challenge habe ich auf einer Ebene angesetzt, die ich lange Zeit vernachlässigt habe, nämlich mit Achtsamkeit und liebevoller Sorge meinen Körper und meine physische Gesundheit in den Fokus zu nehmen – eben nicht mehr nur auf der geistigen Ebene nach (Er)Lösung(en) zu suchen.

Alle Maßnahmen der letzten Jahre, in meinem Leben aufzuräumen, weiter zu kommen und neue Erkenntnisse zu erzielen, durch Höllen und Höhen zu gehen, haben im Zusammenspiel dazu geführt, dass ich ein neues Plateau erreicht habe. Interessanter Weise hatte ich genau dazu vor kurzem einen Traum, in dem ich mit einem Fahrrad mich den Berg hoch gequält habe und im Traum das tolle Gefühl erlebt habe, irgendwann hoch oben auf dem Berg endlich an einer geraden Stelle angekommen zu sein. Insgesamt träume ich sehr viel seit Wochen, ohne mich an viele Details zu erinnern. Ich schafge einerseits gut, aber merke auch, dass die Entzündung in meinem Rücken und der damit verbundene Rückenschmerz gerade sehr präsent sind.

Change als Chance

Das Leben ist immer im Wandel. Mein Leben ist immer im Wandel (note to self: Habe gerade ein Deja vu). Ich merke an kleinen Dingen, dass ich vielleicht noch mehr als vorher bereit bin für Veränderung bzw. für Neues. Kontrollzwang los zu lassen und mich dem Leben hin zu geben. Kontrollverlust als Chance! Was für manch andere vielleicht absurd klingt, weil es für sie schon gelebte Realität ist, ist es doch eine sehr neue und auch schwierige Erfahrung sich selbst noch mehr zu hinterfragen und noch mehr zu erkennen, wo man sich Lebenslügen zusammengebaut hat, nur, um zu rechtfertigen, dass man gerne Kontrolle über eine Situation hätte. Beispiele sind gerade, dass ich darauf vertraue, dass Aufträge reinkommen, dass ich darauf vertraue, dass mein Junggesellenabschied von meinen Freunden schon in meinem Sinne vorbereitet wird etc. Hier anders zu agieren und die theoretische Gefahr (wieder) einzugehen, dass ich verletzt werden könnte, gleichzeitig aber auch mit Optimismus darauf zu vertrauen, dass das Leben viel Gutes und Schönes für mich zu bieten hat, ist eine neue Qualität, die ich vielleicht mal in meiner Kindheit oder Jugend als Selbstverständlichkeit gelebt und gefühlt habe. Es macht mich neugierig, wenn ich mehr und mehr sehe und erlebe, dass ich das zurück haben kann. Vielleicht, weil es immer da war, aber gut verpackt im Keller. Jetzt besteht die Chance, im Keller mal das Licht an zu knipsen.